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Aktive Verpackungen für mehr Lebensmittelsicherheit

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Verpackungen schützen Lebensmittel gegen äußere Einwirkungen wie das Übertragen mikrobieller Keime, Beschädigungen durch Druck, Staub oder Eindringen von Feuchtigkeit  Doch dieser Schutz ist bisher rein passiv. Moderne Verpackungsmaterialien gehen hier viel weiter – sie greifen „aktiv“ in das physikalisch-biologisch-chemische Geschehen ein. Wie – das zeigten die Forscher des Freisinger Fraunhofer IVV anlässlich der interpack 2014 auf der VDMA Technik Lounge. Drei Beispiele:

Feuchteregulation
Bei frisch verpackten Lebensmitteln wie Fleisch, Obst oder Gemüse erhöht sich durch Atmungsprozesse und Transpiration die relative Luftfeuchte in der Packung, wodurch sich Kondenswasser in der Verpackung bildet. Feuchtigkeit in Verpackungen fördert jedoch die Bildung von Schimmel sowie die Vermehrung von Bakterien und Hefen. Zu niedrige Feuchtegehalte wiederum können zum Austrocknen und damit ebenfalls zum Verderb der Wahre führen. Aktive Verpackungen, angepasst auf das jeweilige Lebensmittel, sollen hier selbsttätig die für das jeweilige Produkt optimale relative Feuchte in der Verpackung einstellen. Ein Weg dazu ist das Einarbeiten toxikologisch unbedenklicher Salze wie Calciumchlorid oder Natriumchlorid in das Verpackungsmaterial. So lassen sich für Obst und Gemüse optimale relative Feuchten zwischen 70 und 95 Prozent einstellen.

Antimikrobielle Substanzen
Verderb fördernde Mikroorganismen sind allgegenwärtig und lassen sich beim Verarbeiten und Verpacken frischer Lebensmittel nie hundertprozentig ausschließen. Hier geht es vor allem darum, diese Keime unterhalb toxikologisch kritischer Grenzwerte zu halten. Eine Methode besteht darin, auf herkömmliche Verpackungsfolien spezielle Lackschichten mit antimikrobiell wirkenden Substanzen aufzutragen, deren Wirkstoffe zur Oberfläche des Lebensmittels diffundieren und dort das Wachstum schädlicher Mikroorganismen behindern. Weitere Möglichkeiten für den Auftrag antimikrobieller Schichten auf Folien sind das Kaschieren oder die Koextrusion.

Sauerstoffabsorber
Sauerstoff in Verpackungen baut wertgebende Inhaltsstoffe von Lebensmitteln ab und führt zu Farbänderungen und Fehlgerüchen. Zusätzlich begünstigt er aerobes mikrobielles Wachstum, z.B. von Schimmel. Um das zu verhindern, haben die Wissenschaftler am Fraunhofer IVV Folien entwickelt, die sauerstoffabsorbierende Bestandteile enthalten und so dafür sorgen, dass verpackte oxidationsempfindliche Lebensmittel länger frisch bleiben bzw. haltbare Lebensmittel ihre hohe Qualität behalten. Sie ergänzen herkömmliche Schutzmaßnahmen wie die Anwendung von Barrierematerialien und von Schutzgas.

Ihr Ansprechpartner:
Sven Sängerlaub
Telefon: +49 8161 491-503
sven.saengerlaub@ivv.fraunhofer.de

 

Bildquelle : Fotolia 24141194, Food-images

Menzel, Margret
Menzel, Margret
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