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Hand in Hand mit dem Roboter

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Die Stärke des Menschen ist seine Fähigkeit, aufgrund von Wissen und Erfahrung flexibel auf neue Situationen zu reagieren. Roboter punkten dagegen durch Wiederholgenauigkeit, Präzision und Geschwindigkeit. Mit MRK (Mensch-Roboter-Kooperation) will man das Beste aus beiden Welten vereinen. Dabei sollen Roboter nicht mehr den Menschen ersetzen, sondern ihm bei der Arbeit assistieren. Wie das künftig aussehen kann, zeigte der DLR-Leichtbauroboter auf der VDMA-Technik-Lounge.

Bisher beschränkt sich die Interaktion zwischen Roboter und Mensch auf das Programmieren über Touchpanels oder per Maus und PC sowie durch Teachen. Bei letzterem führt der Werker den Roboterarm im Lernmodus von Hand an die kritischen Punkte der Bewegungsbahnen und definiert dort die auszuführenden Arbeiten. Im realen Betriebsmodus arbeiten Roboter und Mensch dann jedoch sicher durch Schutzzäune oder Übergabeschleusen voneinander getrennt. Bei MRK dagegen sollen Mensch und Roboter in einem gemeinsamen Arbeitsraum miteinander arbeiten, ganz ohne trennende physische Schutzeinrichtungen, wodurch sich Flexibilität und Effizienz erhöhen ließen.

Das jedoch stellt nicht nur höchste Anforderungen an die Sensorik und Steuerungssoftware, sondern erfordert auch vollkommen neue Roboterkonzepte, wie beispielsweise den DLR-Leichtbauroboter der Forscher am Robotik und Mechatronik Zentrum RMC in Oberpfaffenhofen.

Der drehmomentgeregelte DLR-Leichtbauroboter ist schon in der 3. Generation und bietet ähnlich einem menschlichen Arm sieben statt der nur sechs Freiheitsgrade heutiger Standard-Industrieroboter (Sechs-Achs-Knickarmroboter). Mit einem Gewicht von nur 13 Kilogramm ist der DLR-Roboter prädestiniert für den mobilen Einsatz in menschlichen Arbeitsumgebungen. Dem trägt auch das interaktive und vor allem intuitive Programmieren Rechnung. Es ermöglicht dem Werker, den Roboter schnell und einfach an die jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen anzupassen. Dank seiner sensitiven Interaktionsmöglichkeiten kann der Roboter flexibel hochkomplexe Bewegungsmuster ausführen, wie sie in einer direkten Mensch-Roboter-Kooperation erforderlich sind. Dazu zählen das Ausweichen, Bremsen oder Stoppen, wenn der Mensch dem Roboter zu nahe kommt – oder umgekehrt. Die Forscher am RMC gehen aber noch weiter. Zukünftige Assistenz-roboter sollen lernfähig sein und durch das Adaptieren von Aufgaben und Bewegungen zusammen mit dem Wissen um ihre eigenen Fähigkeiten selbständig Lösungen für komplexe Problemstellungen finden.

Ihr Ansprechpartner:
Christoph Borst
Telefon: +49 8153 28-2426
christoph.borst@dlr.de

 

Bildquelle : DLR Institut für Robotik und Mechatronik

Menzel, Margret
Menzel, Margret
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